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Virtualisierung des Modells der Stadt Gumbinnen (Ostpreußen)

Bielefeld übernahm 1954 die Patenschaft für das ehemalige Gumbinnen(Ostpreußen). Das kulturelle Erbe dieser Stadt wird in Archiven und Heimatstuben bewahrt. Im Stadtarchiv Bielefeld in der Rohrteichstrasse 19 befindet sich ein ca. 6,3 Quadratmeter großes Modell der Stadt Gumbinnen, heute Gussew in Russland. Das Modell zeigt etwa 1200 Gebäude im Maßstab 1:500.

Die Kreisgemeinschaft Gumbinnen möchte dieses Modell und weitere Exponate nach Gussew zum Aufbau eines dortigen Museums umsiedeln. Aus diesem Grund ist eine Digitalisierung zur Sicherung des Modells, Computervisualisierung und Internet-Publikation vorgesehen.

Gumbinnen wurde erstmals 1556 urkundlich als Dorf erwähnt und wuchs später zu einem Marktflecken. Nach der großen Pest im Jahre 1709/1710 wurde durch Friedrich Wilhelm I, König von Preußen ein Hilfsprogramm angelegt und Gumbinnen erhielt 1724 Stadtrechte. Gumbinnen war Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirkes. 1939 betrug die Einwohnerzahl 24 534. Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt Gumbinnen seinen jetzigen russsischen Namen Gussew. Einzelheiten zur Stadtgeschichte findet man unter www.ostpreussen.net.

Das Stadtmodell wurde nach einer Entscheidung der Vertreter Gumbinnens 1967 auf der Basis des amtlichen Stadtplanes von 1936 1:5000, Luftbildern, Fotos und Skizzen erstellt.

In der ersten Projektphase wird ein digitales Stadtmodell in der Beschreibungssprache CityGML, einem internationalen OGC Standard, formuliert. Die Modellierung erfolgt nach photogrammetrischen Methoden und CAD Technologie. Gebäude werden mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad für die Strukturelemente und Dachaufbauten modelliert. Derzeit ist das Modell verfügbar in Computergrafiken, Animationen, als interaktiv navigierbares 3D-Modell und natürlich auch für im Google Earth Browser zu betrachten.

Das Projekt ist eine Kooperation der Kreisgemeinschaft Gumbinnen, Fachhochschule Bielefeld, dem Izmir Institute of Technology, Türkei, und der State University Vologda, Russland. In der zweiten Projektphase ist die Einarbeitung des umfangreich vorhandenen historischen Bildmaterials geplant. Seiten über das Projekt befinden sich demnächst auch sozialen Netz bei WordPress, YouTube, Facebook und Twitter.

(c) Fachhochschule Bielefeld 2011